- Holzelemente der Fensterluken: Auf der Fahrt zum Sommerliegeplatz habe ich erstmal ein Teil der Fensterverkleidung verloren. Ich habe es die ganze Saison über nicht erneuert, weil es am Abmessen und Gefummel gescheitert ist. Nächster Termin: Winter.
- Undichtes Fenster an der Backbordseite: Bei Regen sammelt sich Wasser im Schiff. Von Innen ist die Holzverkleidung bereits völlig vergammelt. Abdichtversuch mit Schiffssilikon ist gescheitert. Abhilfe hat die Persenning geschaffen, seitdem kein Wasser mehr im Schiff.
- Segel: Irgendwann bekomme ich das Segel nicht hoch und ziehe mal etwas kräftiger dran. Ratsch. Segelkopf gerissen. Sieht schlimm aus. Dauert wieder mal ewig bis das repariert ist. 160 Euro. Dann sagt mir der Segelmacher noch, dass meine Segel dann auch sich ihrem Lebensende neigen. Ist mir ja auch klar, geht aber trotzdem noch. Nur das Angebot für neue Segel erschreckt mich: 1300 Euro wollen sie haben. Pff.
- Pinne: Nachdem die Segel endlich wieder dran waren, bin ich bei etwas mehr Wind endlich mal wieder rausgefahren, zusammen mit Thekla sogar. Der Wind war so stark, dass ich zur Sicherheit mit meinem Gast an Bord mal das zweite Reff reingebunden habe, was bis dato noch nie passiert war. Während wir sportlich dicht am Wind fahren macht es auf einmal wieder Ratsch und der Ruderdruck gibt plötzlich nach. Das Ruder ist gebrochen. Das morsche Holz hat vollends den Geist aufgegeben. Stück Holz gekauft, 30 Euro. Keine Ahnung wie zu bearbeiten, zum Tischler gebracht. Der kann nix mit dem Holz anfangen. 70 Euro für den Tischler, ging ja.
Sonntag, 29. September 2013
Alles kaputt
Freitag, 23. August 2013
Radtour auf Hiddensee und Absegeln
Donnerstag, 22. August 2013
Flaute
Mittwoch, 21. August 2013
Schon wieder Moen
Dienstag, 20. August 2013
Roedvig
Montag, 19. August 2013
Kopenhagen
Sonntag, 18. August 2013
Über die Kadettrinne mach Moen
Samstag, 17. August 2013
Schnell nach Vitte
Sonntag, 7. Juli 2013
Gewaltakt
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| Auf dem Jungfernsee |
Dennoch liebe ich es draußen zu schlafen. Beim Camping etwa. Dennoch wollte ich immer mal eine Nacht auf dem Boot verbringen, auf meinem Boot. Und unter diesen Rahmenbedingungen war klar, dass die Temperaturvorhersage deutlich mehr Gewicht bei der Auswahl eines geeigneten Wochenendes haben würde als die Windvorhersage. Ziemlich bekloppt für einen Segler.
Der Plan: Üblicherweise und bei gutem Wind schaffe ich es mit meinem irgendwie immer langsamsten Boot auf dem See maximal bis zum Wannsee und zurück. Wenn ich nun einfach nicht zurück fahre, dann müsste ich bis zum Krampnitzsee kommen und am nächsten Tag zurück kommen. Auf dem Krampnitzsee könnte ich dann schön ankern und die Nacht verbringen.
Es kam etwas anders.
In Spitzen versprach der Wind 25 km/h aus Nordwest. Nun ist 25 km/h in Böen so gut wie nichts. Da wie gesagt mein Schiff immer das langsamste ist, ist es noch weniger als nichts. Man steht quasi auf dem See. Das Blöde ist dann noch, dass ich irgendwann nach Nordwest muss, da also wo der Wind herkommt. Für die Nichtsegler: Das ist extrem Käse.
Erschwerend kam hinzu, dass am nächsten Tag Wind von Nord angesagt war, übrigens in Spitzen mit 20 km/h. Also noch weniger als weniger als nichts. Außerdem: Nord ist die Richtung, in die ich hauptsächlich muss, wenn ich dann wieder zurück will. Also wieder extrem Käse!
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| Glienicker Brücke voraus |
Die Hintour lief besser als gedacht: Langsame aber ausreichend Fahrt mit Wind von Hinten. Zeit für eine Badepause. Ich passiere die Pfaueninsel und werfe so langsam den Motor an, da der Wind nun völlig einschläft. Den Krampnitzsee habe ich angesichts der fortgeschrittenen Stunde längst aufgegeben. Immerhin ist der Jungfernsee in Sicht – bis zur Glienicker Brücke will ich mindestens kommen. Klappt auch. Am Jungfernsee kann ich sogar noch einmal ein bisschen segeln und entdecke in wunderschönes historisches Schiff auf dem Wasser. Dann in einer Bucht Anker werfen, Feierabend. Erstmal baden gehen. Zwei Mal!
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| Beim After-Sundowner |
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| Leichter Nebel um 05:30 |
Um 09:00 dann stehe ich endgültig auf, frühstücke gemütlich, springe ins Wasser und fahre los. Unter Motor. Denn der Nordwind kommt nicht etwa aus Nord. Nein, er folgt dem Wasserverlauf, weil er entsprechend kanalisiert und abgelenkt wird. Das bedeutet: Ich kann mich für die gesamte Rückfahrt auf Gegenwind einstellen. Ich motore bis hinter die Pfaueninsel und gehe erstmal baden. Aber auch danach ist segeln zunächst kaum möglich. Endlich, am großen Auge wo es in den Wannsee geht bis zum Knick der Havel, endlich steht ein guter Wind aus der richtigen Richtung an. Ich kreuze gegenan und gerate sogar in bedrohliche Schieflage. Was für ein Spaß! Wahrscheinlich wird der Wind hier beschleunigt. So komme ich bis zur Lieper Bucht.
Dort stelle ich fest, dass ich trotz Sonnencreme völlig verbrannt bin und springe erstmal ins Wasser. Danach dann will ich einfach nur heim. Ich hab genug vom vielen Motoren und bin irgendwie auch müde. Unter Motor und Segel komme ich bis in die Heimatbucht, gehe nochmal baden, packe schonmal alles zusammen und dann ab in den Hafen.
Wahnsinn, wie schnell die Zeit mal wieder verging, dabei habe ich doch kaum etwas gemacht. Ich beschließe, an einem warmen Wochenende wieder draußen zu schlafen, aber nicht so weit weg. Die Stimmung am Morgen wird ähnlich auch hier oben sein und da bin ich schneller wieder daheim. Bis zum Krampnitzsee wage ich es jedenfalls nur bei idealen Windverhältnissen: NO 4-5 am Samstag und SW 4-5 am Sonntag. Alternativ auch SO am Samstag.
Montag, 4. Februar 2013
Technische Ausstattung
Sonntag, 27. Januar 2013
Keine Kritik, Bestätigung!
Ich komme an, mir öffnen liebenswerte ältere Herrschaften die Tür und zeigen mir das Schiff. Der Zustand? Nunja, da muss man einiges machen. Von außen wie auch von innen sieht das Schiff zerlebt aus. An Deck gibt es kleine Stellen, die rosten und in jedem Fall gemacht werden müssen. Vom Innenausbau her wirkt das Schiff sehr gemütlich und vor allem geräumig. Der Innensteuerstand ist großartig. Das Holz muss aber mal neu lackiert werden. Die recht große Fenster könnte man mit Zusatzluken verstärken. Und es muss einiges an Technik angeschafft werden. Der Motor ist angeblich in Ordnung, aber hier habe ich ja nach allen Erfahrungen in den Büchern grundsätzliche Bedenken. Um es zusammenzufassen: Das Schiff hat eine Grundsanierung nötig. Ich schätze die Kosten auf die Hälfte des Verkaufswertes.
Einerseits ernüchternd, andererseits auch eine gute Chance, es dann alles richtig zu gestalten. Die Verlockung wäre groß, bei einem Schiff im besseren Zustand mit Null Instandsetzung zu kalkulieren und loszusegeln. Die Überraschung käme dann möglicherweise auf dem Ozean.
Und die Lage in Berlin ist ideal. Vergleichbar günstige Schiffe sind meist in einer entfernten Region, teils sogar richtig weit weg in anderen Ländern. Dieses hier liegt direkt vor meiner Haustür. Ich könnte zunächst in Berlin an den Wochenenden mich um die Renovierung kümmern. Anders wäre es gar nicht möglich. Sobald das Wesentliche gemacht ist, könnte das Schiff an die Nord- oder Ostsee umziehen.
Was mach ich nur? In solchen Momenten ist der Rat der „Alten“ doch immer sehr wichtig für mich. Ich erzähle ihnen davon und rechne fest damit, dass sie mir sofort alles zerreden. Verdammt, das Gegenteil ist der Fall. Verstehen können sie, dass ich juckig werde bei diesen Rahmenbedingungen. Ich hab keine Ahnung, wo das enden soll...
Ich recherchiere erstmal Preise und Liegegebühren für ein Schiff dieser Größe...Und ich glaube, ich aktiviere mal alte Kontakte.
Nachtrag 1: Rund 3.000 Euro p.a. in Berlin. Am Meer viel mehr.
Nachtrag 2: Nur rund 2.000 Euro p.a. am Meer!!!! Scheisse! Was mach ich denn jetzt?!
Nachtrag 3: Auch der mit dem Schiffstyp und mit Weltumseglungen sehr erfahrene Skipper hat nur gute Worte übrig. Entsprechend seiner Anleitung habe ich das Schiff ein zweites Mal erkundet und Detailfotos gemacht. Ich finde nur die Bilge kritisch: Zwar trocken, aber da stand mal Wasser drin, so viel ist sichtbar.
Montag, 21. Januar 2013
Mastbruch sorgt für Schiffsuntergang
Die Ursache laut Artikel: Im schweren Sturm brach der Mast und hat offenbar im hohen Wellengang de GFK-Rumpf des Schiffes so stark beschädigt, dass dieses gesunken ist. Zu dieser Gefahr war bisweilen zu lesen, dass nur geeignetes Werkzeug helfen kann, sich schnell vom wild herumschlagenden Mast zu lösen.
Ein weiterer Punkt ist aber ganz einfach das GFK. So ein Mast wird es schwerer haben, Alu oder Stahl zu durchschlagen. Das ist ganz einfach eine zusätzliche Sicherheitmaßnahme. Auch eine Route so weit südlich muss für mich evtl. auch nicht sein. Auch dickere Wanten könnten evtl. das Problem entschärfen. Ich glaube , ich mache mal eine Tabelle der üblichen Sicherheitsprobleme samt Lösungsansätzen. Schön, dass es Herrn Delord gut geht!
Sonntag, 20. Januar 2013
11 Meter Stahl
- Auf irgendeiner Weltumsegler-Seite entdecke ich als geeigneten Schiffstyp eine bestimmte Reihe von Stahl-Schiffen einer deutschen Werft.
- Ich google die Werft und stelle fest: es gibt sie noch. Ich denke, wäre ja ganz praktisch, wenn mal was ist, könnte man da noch anrufen oder sogar Reparaturen beauftragen.
- Ich erinnere mich an eins meiner Weltumsegel-Bücher – hatten die einen nicht auch gute Erfahrungen diesem Schiffstyp gemacht? Na klar, ich schaue nach, eine genau diese Sorte Schiff.
- Ich schaue mal bei einer meiner Lieblingsprokrastinationsseiten, boot24.com vorbei, und schaue ob so ein Schiff im Angebot ist. Ist sie. In einem Jahr finanzierbar. So richtig gefällt sie mir aber nicht.
- Ich google weiter und entdecke noch eine etwas andere Bauart. Schön sieht sie aus. Mit Innensteuerstand. Schiffig. 10 Tonnen Stahl. Baujahr 86. Andere sind schon mit 68er Skorpionen um die Welt gesegelt. Das ideale Schiff für mein Vorhaben. Bezahlbar. Schon jetzt. Ich rufe an und mache einen Termin zur Besichtigung aus.
Eigentlich ist es noch viel zu früh, ich dachte daran, in etwa 2 Jahren das Schiff zu kaufen und dann 2-3 Jahre in die Erfahrungssammlung und den Ausbau zu investieren um dann loszufahren. Andererseits, zu früh? Ich muss an einen Kollegen denken, der damals mit 38 Jahren einen Gehirntumor hatte und mit 39 unter der Erde war. Kann es jemals zu früh sein?
Würde ich den Traum konsequent verfolgen, dann ist es jetzt schon der nächste logische Schritt. Irgendwie steh ich auf einmal schon jetzt vor der Prüfung, was ich denn eigentlich nun wirklich will. Ich bräuchte jemanden, der sich mit Stahlschiffen und meinem Vorhaben auskennt und mir einen Rat geben kann. Wie soll das nur enden....?!
Freitag, 17. August 2012
Letzter Tag: Zurück kreuzen nach Laboe
Wir fangen an, uns ein Wettrennen mit dem Speed von 1,5 Knoten mit einem anderen Segler zu liefern. Die Schläge über die Förde werden länger, der Wind stärker. 2,5 Knoten. Einfahrt Nordostseekanal, 4 Knoten Geschwindigkeit. Leuchtturm Kieler Förde 6,5 Knoten Fahrt und 10 Knoten Wind. Das muss der Seewind sein. Wir kreuzen die ganze Förde hoch bis Laboe und ankern direkt vor dem Strand. Nochmal Reste kochen und dem Verkehr auf der Förde zuschauen. Dann zwei perfekte Anlegemanöver im Rückwärtsgang, einmal an der Tankstelle und einmal am Liegeplatz. Dann noch dickes Lob fürs Manöver vom Charterbetreuer. Und das wars. Fast 200 Seemeilen liege n laut Logge im Kiel.
Es war toll, endlich mal wieder auf dem Meer zu segeln. Ich bin froh, dass ich dem nicht überdrüssig geworden bin und beschließe, im nächsten Jahr zumindest einen Spikurs zu machen. Vielleicht gehe ich das Thema „nächster Segelschein“ nochmal an. Meinen Job werde ich auf die Dauer nicht machen können, warum also nicht Berufsskipper werden? Zumindest könnte ich mir den Weg dafür ebnen mit dem nächsten Schein.
Vielen Dank auch an Matrose Papa, der brav allen manchmal vielleicht etwas gestressten Kommandos gefolgt ist. Es war schön noch einmal diese gemeinsame Woche gehabt zu haben. Ich denke mein Matrose hat die Matrosenprüfung bestanden!
Ich schmecke noch das Salz vom Seewind auf den Lippen, während ich diesen Bericht schreibe und freue mich schon auf den nächsten großen Schlag. Was wohl als nächstes kommt? Kopenhagen und Bornholm würde ich gern einmal angehen. Und Helgoland.
Donnerstag, 16. August 2012
Sechster Tag: Schietwetter nach Kiel.
Beim Rausfahren auf dem Meer sehe ich, dass die See dort ziemlich kabellig ist. Ich habe gelesen, dass das normal sei für die Mündung, rechne aber fas schon mit Umkehr. Zumal der Seegang mal wieder mit Amwindkurs gekoppelt ist.
Auf Höhe Damp liefs dann gerade ganz gut. Der Kurs Richtung Kiel hat gut geklappt, vier Knoten Fahrt waren auch akzeptabel. Also weiter. Klitschnass und bei 2 Knoten Fahrt hatte aber selbst ich dann keine Lust mehr. Papas Billigregenhose war inzwischen an allen erdenklich möglichen Stellen gerissen. Es wurde Zeit, dass das aufhört.
Also Motor an. Inzwischen war mir sogar Kiel egal. Am hässlichen Olympiahafen hatte ich vorgeschlagen anzulegen. Und dann endlich kam sie – die Sonne. Und auch der Wind. Auf einmal machte es wieder Spaß. Also doch Kurs Kiel.
Das Anlegemanöver im Hafen hat diesmal nicht so gut geklappt. Ich habe nach der Ex-Post-Analyse genau zwei Ursachen identifiziert: 1) Ich musste über die schlechte Seite des Bootes drehen. Der Radeffekt hat gegen die Drehrichtung gewirkt. 2) Der Wind hat dann auch noch in die falsche Richtung geschoben.
Kiel hat uns als Stadt gar nicht so sehr gefallen. Hauptattraktion ist aber sicherlich die Uferpromenade. Dort haben wir auch das Louf gefunden, in dem ich bereits mal geschäftlich essen musste mit den Lobbyvertretern einer fürchterlichen Industrie. Heute gefällt es mir viel besser hier.
Mittwoch, 15. August 2012
Fünfter Tag: Schleimünde.
Die Schleimünde ist ein idealer Ort zum Ankern. Nahezu für jede Windrichtung findet man eine geeignete Ankerbucht. Wir aber legen im Hafen in Maasholm an. Wir haben keine Ankerwache an Bord, wollen nichts riskieren. Maasholm sei ein schöner Ort stand im Reiseführer. Maasholm ist das Ansteuern nicht wert, sag ich. Wer in die Schleimünde will, der sollte dort ankern. Nicht mehr und nicht weniger.
Dienstag, 14. August 2012
Vierter Tag: Sönderborg
Beim Rausfahren immer noch 5 Windstärken. Dazu aus einer Richtung, der harten Amwindkurs bedeutet. Auch die See lief uns entgegen, wenn auch nicht besonders hoch. Nicht die besten Bedingungen, den kleinen Belt zu queren, mit meinem frischgebackenen Matrosen an Bord. Na gut, erstmal halsen üben bei Vorwindkurs bis zur Sandbank-Tonne und dann um die Kurve und auf Amwindkurs gehen. Ich lasse mal zur Sicherheit reffen.
Und los geht’s. Kurs Süd. Krängung in Spitzen bestimmt 40 Grad. Auf jeden Fall sind die Seitenfenster unter Wasser. Die Reling noch nicht. Wir könnten fast ausreffen. Aber wozu, wir sind schnell genug. Fast 8 Knoten lese ich ab. Matrose Papa muss steuern – ich hab zu sehr Angst, dass ihm schlecht wird.
Sönderborg belohnt uns mit einem tollen Liegeplatz im Stadthafen. Und mich belohnt es mit der Bekanntschaft eines sympathischen dänischen Pärchens. Sie müssen etwa genauso alt sein wie ich. An Bord ist auch ein Kind, frisch geschlüpft. Wir verholen unser Boot etwas für sie und sie sind sehr dankbar, sicherlich auch, weil sie gerade ganz andere Erfahrungen mit anderen Mitbürgern deutscher Nationalität gemacht haben.
Zum Träumen bringen mich die beiden, weil sie zeigen, dass man den Traum leben kann. 1.) sie sind so alt wie ich, haben sich gefunden, scheinen beide das Segeln zu lieben und sind eine kleine Familie. 2.) sie haben ein Boot, gar nicht mal so klein, und nur 5000 Euro teuer, wie sie mir versicherten. 3.) sie machen jetzt im Babyjahr sechs Monate Pause und segeln Ost- und Nordsee ab. Sympathisch, die beiden! Ich wünsch ihnen Glück!
Beim Stadtrundgang entdecken wir neben Schlössern und Windmühlen auch endlich einen Sandstrand. Zum Baden ist es jetzt zwar zu kalt, aber beim Sonnenuntergang sitzen wir dort auf Steinen und mit den Füßen im Sand eingegraben. Leider finde ich später im Schuh keinen Strandsand mehr, so wie früher manchmal noch nach dem Urlaub im Büro...
Montag, 13. August 2012
Dritter Tag: Lyö
Der Wind ist so stark, dass ich in Ermangelung einer Generalprobe der Halsen bei leichtem Wind beschließe, kein Groß zu setzen und nur mit Fock zu fahren. 5 Knoten Fahrt im Schnitt! Nach 3 Stunden Fahrt liegt die Insel direkt vor uns. Da der Wind immer noch stark ist, bin ich recht nervös beim Anlegen. Aber was soll ich sagen – es gelingt perfekt. Wir liegen in der Box und alles ist gut. Zeit für einen Inselrundgang.
Auf dem Rückweg entdecken wir noch eine Inselkarte mit einem Hinweis für einen Badestrand. Dies führt zum längsseitigen Abwandern. Wir entdecken eine Mühle ohne Räder, ein altes Hügelgrab und einen Strand! Leider gibt es hier keinen Strandsand, nur kleine Steine. Aber immerhin ist er in Lee der Insel. Ich lasse es lieber bleiben mit dem Baden, Matrose Papa aber kanns nicht lassen. War wohl sehr algig.
Pünktlich zum Seewetterbericht sind wir wieder an Bord. Heut ist Papa Smutje und kocht sein Leibgericht: Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Speck. Vorzüglich! Der Tag klingt am Ufer in Luv bei sechs Windstärken aus. Vor dem Schlafengehen laufe ich nochmal den kleinen Hafen ab und bewundere die Schiffe. In drei Stück habe ich mich verliebt.
Sonntag, 12. August 2012
Zweiter Tag: Svendborg
Hinter der Brücke wartet nochmal etwas Segelwind auf uns. Es wird ein wunderschöner Törn mit baumelnden Beinen aus dem Schiff. Der Autopilot steuert und ich sitz auf dem Bug, Papa schläft auf der Plicht. Von hier aus sieht man sogar die oberen Teile der Brücke über den Großen Belt. Am Ende des Sunds kurz vor Beginn des Fahrwassers nach Svendborg ankern wir und gehen baden. Mir geht’s gut.
Samstag, 11. August 2012
Erster Tag: Der große Schlag nach Aero in Dänemark
Ich hatte ja etwas Sorge um den starken Verkehr am Nordostseekanal. Aber mal ehrlich – man muss den großen Dingern halt ausweichen, und zwar rechtzeitig. Dann braucht man keine Sorge haben.
Mein frischgebackener Matrose macht sich ganz gut. Zugegeben, er eiert noch ganz schön rum, aber wie hab ich mich damals angestellt. Wir segeln Amwindkurs auf den Leuchtturm im Kieler Fahrwasser 5 sm vor der Förde zu – mit dem Ziel Mastal. Auf der Grenzlinie nach Dänemark ist dann Schluss. Hatten wir am Anfang noch 6 Knoten Fahrt, dümpeln wir inzwischen bei rund 2 herum. Zeit den Motor anzumachen.
Angeblich soll es die sternschnuppenreichste Nacht des Jahres sein. Vier zähle ich am Ende des Abends. Hoffen wir, dass der ein oder andere Wunsch Wirklichkeit wird.
Freitag, 10. August 2012
Anreise
Am Boot dann der erste Schock: Es ist inzwischen ja fast 21:00 und es war fest vereinbart, dass das Boot offen ist. Wir finden es zwar, aber das Schiff ist fest verschlossen. Nach einigen panischen Anrufen und nutzlosen Diskussionen mit Anrufbeantwortern entschließe ich mich, das Standardversteck für die Schlüssel zu inspizieren. Und siehe da, die Backskiste ist bei Schiffen so etwas wie der Fußabtreter bei Wohnungen. Schlüssel gefunden, Abend gerettet!
Aber verdammt nochmal – dieses Schiff ist wirklich ganz schön groß. Was soll das nur werden...
Sonntag, 22. Juli 2012
Neustart
Kommen wir zum Schlechten. Möglich geworden ist alldas durch den traurigen Umstand einer Trennung. Und so kommt es, dass ich die ganze Segelei gar nicht mehr so richtig mit guter Laune erleben kann. Wenn ich auf dem Schiff bin, kommen diese Gedanken hoch, dass ich doch ein komischer Kauz sein muss, dass ich andauernd alleine herumfahre. Es gäbe sicherlich Optionen, all das zu teilen, aber mit Leuten bei denen man wohl auf einer unterschiedlichen Ebene zusammen erlebt und fühlt und träumt. Damit betrügt man sich am Ende ja nur selbst.
Dabei bin ich was die Rahmenbedingungen angeht auf einem guten Weg dahin. Zum Jahresanfang hab ich den Job gewechselt und habe nun eine reelle Chance, auf den Traum hin zu sparen. Aber was, wenn ich am Ende allein dastehe, wie viele von diesen verlorenen Seglern, die irgendwo in der Karibik enden und nur noch heim wollen und von denen die Weltumsegler immer in ihren Büchern schreiben.
Weg mit diesen Gedanken: Jetzt wird nach vorn geschaut. Ich muss endlich meinen Sextanten zusammenbauen und die Astronavigation lernen. Außerdem will ich Spisegeln lernen und den nächsten Schein machen. Lars hat Ähnliches vor, vielleicht ergibt sich daraus eine gute Lerngemeinschaft im nächsten Jahr. Und überhaupt: Jetzt wird sich erstmal auf den Sommerurlaub gefreut!
Mit diesen etwas durchwachsenen Worten verabschiede ich mich in den Sonntag, nicht jedoch ohne die letzten Handy-Bilder meiner letzten Fahrt mit Geli hinzuzufügen! (Ich gebe zu, bei einem Bild habe ich geschummelt und die Sonnenbrille vor die Linse gehalten - ja, so sehe ich die Welt wenns mir gut geht ;))
Dienstag, 1. November 2011
Die Traummaschine läuft wieder
Und wie ich fündig wurde auf boot24. Eine Ohlson 8:8, genau so eine, mit denen ein gewisser Sönke Roever in seinem Buch von der Ostseerundreise erzählt. Das Ding bietet ausreichend Stauraum für 2 Personen und man kann durchaus über einen längeren Zeitraum damit über die Meere reisen. Das wurde ja bereits vorgemacht. Vielleicht ist das Ding sogar für noch größere Fahrten geeignet. Und jetzt kommt es: Das Teil ist bezahlbar. Schon jetzt. Ich könnte es kaufen und einfach losfahren.
Viel mehr noch: ich entdecke, dass es erstaunlich viel Auswahl gibt in dieser unteren Preisklasse. Ist ja auch logisch, das können sich die meisten leisten. Sicher kann man hier das ein oder andere Schnäppchen machen.
Dienstag, 25. Oktober 2011
Neue Mastlegetechnik
Die Idee kommt nicht von mir. Vielmehr hat sich einer der zahlreichen Geschäftsführer meines derzeitigen Arbeitgebers eine interessante Konstruktion einfallen lassen. Es kann sein, dass diese bei Booten mit Mastlegevorrichtung verbreitet ist, ich jedoch hab sowas und vor allem kenne sowas nicht.Die Idee ist denkbar einfach. Zwischen Fockfall oder Vorstag und dem Boot wird ein Flaschenzug gesetzt, der das kontrollierte Absenken des Mastes (und auch das Aufstellen) ermöglicht. Außerdem kann man so von jedem beliebigen Punkt am Boot (ausreichend langer Flaschenzug vorausgesetzt) diesen führen oder bedienen. Als Flaschenzug habe ich einfach die Großschot eingesetzt.
Dankenswerter Weise hat mir Mathias geholfen – zu schlecht waren die Erinnerungen an das Desaster im Vorjahr. So konnte sich einer ganz auf die Bedienung des Großfalls und einer auf den Mast konzentrieren. Geklappt hat es so gut, dass ich es wohl nächstes Jahr wieder alleine probieren werde. Und weil beim Aufstellen man so an der Großschot zieht, dass diese sich automatisch am Feststeller fest zieht und somit nur in eine Richtung arretiert werden kann, werde ich das Aufstellen des Mastes wohl ohnehin solo erledigen.
Samstag, 6. August 2011
Rekord!
Manchmal kommen die Dinge aber anders. Dies bedurfte aber mehrerer Zutaten:
1. Ein Besuch meines Nichtchens samt Freundin,
2. Die außerordentlich hohe Motivation dieser Personen,
3. Einen unerwartet sonnigen und windoptimalen Tag, völlig entgegengesetzt zur Wetterprognose,
4. Ausreichend Zeit.
Der Plan war denkbar einfach: Mein Besuch kommt angereist, das Wetter wird gut und wenn wir richtig gut sind, aber nur dann – so der Plan, dann schaffen wir es vielleicht auch bis zum Wannsee. Das wäre aber recht unrealistisch, das hab ich schließlich noch nie geschafft. Einfach mal gucken, wie lange es Spaß macht. Es hat dann aber ziemlich lange Spaß gemacht!
Bei schönem Wind aus Südost musste nämlich erstmal aufgekreuzt werden. Und da gab es einiges zu tun. Denn mir nichts dir nichts ist da schon einmal die andere Uferseite erreicht und man muss wenden. Und nicht selten ist irgendein anderes Segelboot mitten im Weg. Aber wieder einmal verstehe ich nicht, warum mein Kahn der Langsamste auf der ganzen Havel ist. Mach ich was falsch, sind es die alten Segel, die Fock statt der Genua?
Dank des Tatendrangs meiner Matrosinen werde ich zunehmend arbeitslos. Die eine bedient die Fockschot, die andere das Steuer. Am Groß muss man nichts machen, wir wenden ja nur. Ich sitze dazwischen und gebe wichtige Kommandos. Die beiden haben es nach nur wenigen Schlägen schon ganz gut drauf. Manchmal, wenns etwas zu hart an den Wind ging und ein kleiner Winddreher auftaucht oder ein anderes Boot die Aufmerksamkeit ablenkt, dann gibt es schonmal eine außerplanmäßige Wende – aber naja, meine Steuerfrauen wollen ja üben!
Irgendwie schaffen wir es beim Start gegen 11:30 und nach einer ausgiebigen Badepause bis 16:20 zu unserem Ziel: Den Wannsee. Erst denken wir noch wir sind falsch, aber die Badeanstalt ist deutlich erkennbar. Ich kann es kaum fassen, dass wir es bis hierher geschafft haben. Wir ankern vor dem Ufer und springen nochmal ins Wasser.
Die Rückfahrt wird eine echte Rauschfahrt auf raumen Kurs. Nur eins, zwei Stunden brauchen wir für den Rückweg, inkl. letzter Badepause kurz vor dem Stößensee. Auf dem Weg üben wir natürlich das Halsen und den Schmetterling.
Am Ende des Tages haben wir mal wieder Unmengen an Proviant verbraucht, die Segelgrundausbildung für die beiden Damen erfolgreich absolviert und einen Rekord aufgestellt. Denn bis zum Wannsee hab ich es mit Geli noch nie geschafft. Aus zeitlichen Gründen war immer vorher Schluss.
Auf einmal scheint es mir doch möglich, die geplante Wochenendtour vielleicht doch einmal zu machen. Der Plan nämlich ist, bis zum Krampnitzsee zu fahren, das ist vom Wannsee nochmal genauso weit, also quasi die Zeit für den Rückweg. Dort würde ich dann gern eine Nacht vor Anker bleiben, abends in die Sterne gucken und vielleicht die Gitarre mitnehmen und ein wenig rumdudeln. Und am nächsten Morgen würde ich dann zurück segeln. Aber gut, das wird diese Saison wohl nichts mehr. Regnet ja nur. Und keine Zeit. Und, und, und.
Freitag, 22. Juli 2011
Sackgasse
Um sich in der Pause mal eben schnell wegzuprokrastinieren lande ich mal wieder auf Spiegel Online und lese da den Bericht vom Weltumsegler Erdmann. Mehr noch, ich finde sogar einen älteren Bericht über eines seiner Bücher, das ich sogar gelesen habe. Ich klicke die Bilder durch und muss daran denken, wie toll das ist, was die beiden da als Hochzeitsreise gemacht haben – einmal um die Welt, ohne GPS, Radar, Funk und Schnickschnack. Ich denke daran, dass aber dieses Jahr für mich keine Fahrt auf dem Meer geplant ist. Kein Segelschein. Kein Spikurs. Kein Ansteuern einer Insel, Helgoland oder Bornholm, wie ich es mir damals Anfang 2009 für dieses Jahr 2011 vorgenommen hatte. Ja und selbst mein Sternenbuch und mein Übungssextant liegen unzusammengebaut und ungenutzt irgendwo zuhause herum.
Derweil finde ich aus Zufall auf meinem Rechner die Karten, die ich von den beiden Urlaubstörns angefertigt habe, Karten auf denen die kleinen Weltreisen auf der Ostsee eingetragen sind. Einmal der Törn rund Rügen, und dann noch der Törn bei Fehmarn. Toll! Ich zeichne die Zwischenstops nach und erinnere mich an die Erlebnisse, aber auch an die Krisen. Trotzdem, ich will wieder raus. Immerhin, wenn ich hier und jetzt scheitere, dann habe ich es wenigstens bis auf die Ostsee geschafft, sage ich mir. Und die Woche auf der Nordsee vergesse ich auch immer wieder. Es ist eben etwas anderes ob man allein fährt oder in einem Ausbildungstörn. Es sind zwei völlig verschiedene Dinge.Ich rufe Google Maps auf und plane, wo ich überall hinfahren könnte, rufe Bilder von Südseeinseln ab. Schaue mir Videos zu Hafenmanövern an. War es das jetzt? Bin ich hier und jetzt gescheitert? Oder geht es noch weiter, nächstes Jahr vielleicht auf eine Insel, ein Lottogewinn und dann die ganze Ostsee abfahren im nächsten Sommer? Oder gleich raus um die Welt? Eine Freundin, naja, eher Bekannte, postet auf Facebook Bilder ihrer Erlebnisse in Südamerika. Das ist wohl der Unterschied, die einen machen es einfach, die anderen grübeln und planen und vergessen die Durchführung.
Der Sommer geht vorbei und ich glaube kaum, dass dieses Jahr noch irgendetwas Berichtenswertes passiert. Deprimierend. Ausgeträumt habe ich noch nicht. Aber ich fange an, nicht mehr dran zu glauben. Es macht so einfach keinen Sinn. Entweder es ändert sich etwas grundlegendes, oder ich bin hier am Ende meines großen Traums.
Mittwoch, 20. April 2011
Ansegeln: Entwurf einer Selbststeueranlage
Durch viel Arbeit entspannen? Klingt paradox? Ist es irgendwie auch. Kann aber tatsächlich funktionieren. Eine Projektendphase bescherte wieder einmal regelmäßig 12 und 14 Stunden Tage. Belohnt wurde es mit Freizeitausgleich. Bei schönstem Wetter einen Tag Sonderurlaub. Ich rechne mir lieber nicht vor, ob das wirklich ein Ausgleich ist und beschließe den Tag zu genießen und segeln zu gehen. Mein erstes Segelabenteuer der Saison.Da der Plan war, um Punkt 18 Uhr Moli von der Arbeit abzuholen, war die Reiseplanung aber von vorn herein beschränkt. So wusste ich, dass ich auch dieses Mal keinen Entfernungsrekord aufstellen kann. Ich bin bis kurz hinter der Lieper Bucht gekommen, hab dann beschlossen umzukehren und im Schutz der dortigen kleinen Insel mir einen Ankerplatz zu suchen und noch etwas in der Sonne zu entspannen. Das ging aber nicht ohne vorher am Grunewaldturm noch ordentlich Böen abzubekommen. Ich hab ja immer etwas Angst, dass mein kleiner Jollenkreuzer kentert. Aber es lief alles prima und ich konnte Geli mal ein bisschen ausfahren. Dennoch ernüchternd die Tatsache, dass wirklich alle anderen Boote schneller sind als ich mit Geli. So viel kann man doch gar nicht falsch machen?!
Der Clou des Tages: beim Betrachten einer merkwürdigen Leine ist mir die Idee einer Quasi-Selbststeueranlage gekommen. Na gut, es ist mehr eine Pinnenfixierer denn eine Selbststeueranlage, aber den Zweck erfüllt die Vorrichtung. Auf diese Weise ist es viel bequemer, auch ohne zweiten Mann oder zweite Frau an Bord die Segel hochzubekommen, immerhin muss ich dazu jedes Mal zum Mast klettern, die Fallen sind nicht ins Cockpit umgelenkt. Der Autopilot hat ja auf der letzten Ostseereise Unglaubliches verrichtet und mir wurde klar, wie ich durch den richtigen Einsatz dieses Werkzeuges viele Dinge an Bord allein machen kann.
Die Konstruktion ist denkbar einfach. Man nehme eine Öse, die vorn am Hebel der Pinne gut herauf passt. Daran knotet man zwei ausreichend lange Seile. Da ich in der glücklichen Lage bin, einen Heckkorb zu haben, kann ich diese Seile um den Heckkorb legen und straff zusammenknoten. Dies passiert, während der Pinnenhebel etwas höher gestellt ist (Meiner ist flexibel in der Höhe verstellbar). Wird jetzt der Pinnenhebel heruntergedrückt, ist die Pinne ziemlich fix eingestellt, kann aber bei Bedarf und im Notfall bewegt werden. Natürlich kann man die Seile auch so verknoten, dass sich nichts mehr bewegt. Bei nächster Gelegenheit mache ich von der Konstruktion ein Foto, vielleicht interessiert es ja einen anderen Anfänger.








